Süper Lig, Saison 08/09, 12.04.2009    

   

   0 : 0   

 

Galatasaray SK - Fenerbahçe SK

 

Istanbul, Ali Sami Yen Stadyumu (23.700 Zuschauer)

- Karte wird nachgereicht -

Nach Abpfiff ging’s dann allerdings fix raus aus dem Stadion um sich ein Taxi zu ergattern, was man auch mehr als schnell schaffte. Der Fahrer kannte sich scheinbar nicht wirklich in Güngören aus und musste mehrmals nach dem Weg fragen. Im Endeffekt dauerte die Fahrt aus Güngören zum Ali Sami Yen ca. 20 Minuten und kostete 25 YTL. Man kann zwar auch von dort via Metro und Straßenbahn zum Stadion fahren, dies dauert allerdings ewig und man muss auch hier jede einzelne Fahrt (wären glaube ich dann 4 an der Zahl gewesen) 1,40 YTL auf den Tisch legen. Also ist da das Taxi doch vor allen Dinge die bessere und schnelle Variante. Zumal es zum Anpfiff “nur” noch 3 Stunden waren. Aber man musste ja auch noch die Ticketfrage klären. Um das Stadionumfeld schon die Hölle los. Ein Meer aus rot-gelben Anhängern und etlichen Straßenverkäufern die einem Getränke, Essen und vor allen Dingen alle möglichen Gala-Fanutensilien andrehen wollten. Vor der Geschäftsstelle baute sich dann auch schon der Polizeiapparat auf und überwachte die Geschehnisse. Man fragte dann nach dem richtigen Eindruck und schneller als gedachte hatte man dann seine hinterlegte Karte in der Hand. Jetzt muss nur noch das Spiel ein Kracher sein und es ist ein mehr als geiler Tag !

Zum Ali Sami Yen muss ich wahrscheinlich nichts weiter schreiben, die meisten werden es ja von irgendwelchen Bildern oder selbst erlebtem kennen. Für mich einfach ein geiles Stadion welches es locker in die Top 3 der bisher besuchten Stadien schaffte. Eine absolut geile eigenständig stehende Kurve und besonders die Geraden mit den zwei Rängen und dem Dach konnte mich überzeugen. Selbst ca. 2,5 Stunden vor Anpfiff war das Stadion schon mehr als gut gefüllt und man sag sich bereits ein.

Die Gäste waren bereits fast komplett im Block und machen ihrerseits ebenfalls mächtig Radau was von den Gala Anhängern immer wieder mit gellenden Pfiffen und wüsten Handbewegungen belegt wurde. Im Endeffekt fanden sich dann ca. 1.500 Gäste in dem “Käfig” ein die vor dem Block eine große “Genc Fenerbahcelier” Fahne hängten. Zwischen Gästeblock und den Gala Anhängern dann zudem ein riesiger Pufferblock der durch 3 Reihen Polizei abgedeckt wurde. Als dann dazu noch die Gästespieler zur Plattbegehung aufliefen war das Stadion nur am pfeifen. Ein wahnsinniges Pfeifkonzert was locker 5 Minuten andauerte bis die Spieler vorerst wieder in den Katakomben verschwanden.

Der Musik-DJ tat sein übriges zu der geilen Stimmung und spielte immer wieder Gala-Songs an die dann die Kurven mitsangen… geil ! Sowieso war es einfach nur irre wie laut die Heimfans vor Anpfiff waren, sie sangen, hüpften, pöbelten, machten diverse Schalparaden und warfen etliche Wasserbecher auf die mittlerweile warmmachenden Fener-Spieler. Einfach der Hammer - wenn das im Spiel nur noch einen Tick gesteigert werden könnte, wäre das wirklich dieser immer wieder zitierte Hexenkessel.

Aber leider sollte es so nicht werden. Ein Meckern soll das absolut nicht sein, die Stimmung während des Spiels war noch immer atemberaubend und unglaublich, allerdings eben nicht mehr in dieser Lautstärke und Intensität wie vor dem Anpfiff. Auf optische Mittel wurde, bis zur 2. HZ ein paar Bengalen und Wunderkerzen - übrigens auf beiden Seiten - komplett verzichtet.

Das was zudem auf dem Rasen “bewundern” durfte passte allerdings voll und ganz nicht zu dem was auf den Rängen passierte. Hier spielte heute der 4. gegen den 3. Der Tabelle. Fenerbahce hätte mit einem Sieg weiter an Besiktas ranrücken können und Galatasaray hätte mit einem 3er wieder oben angreifen können. Aber wenn das Wörtchen wenn nicht wäre… Das Spiel war einfach nur schlecht und so sollte es auch kein einziges Tor zu bewundern geben. Ich denke ein Tor wäre hier die absolute Ekstase gewesen und hätte den Kessel zum überkochen gebracht.

Gleiches galt aber auch für die Gäste. Zwar war man natürlich von der Anzahl der Gäste überlegen, war aber trotzdem extrem laut und übertönte teilweise sogar die Heimfans. Schwärmte ich am Freitag noch von Besiktas, schwärmte ich nun für den heutigen Gästeanhang. Genau wie die Heimfans drehte man teilweise einfach frei, sprang wild durch die Gegend, stimmte Wechselgesänge an und pöbelte gut gegen Galatasaray.

Kurz vor Schluss sollte es dann aber doch noch ein wenig hitzig werden: Im Gala Strafraum kam es zu einigen Rangeleien die letztendlich in einer blutigen Nase, diversen Würgereien und 4 roten Karten führte. Volkan, Gästetorwart, meinte dann noch die Gala-Fans mit diversen obszönen Gesten zu provozieren. Resultat waren ein paar Bengalen auf dem Platz, etliche türkische Lira auf dem Feld und die wildesten Pöbeleien der Heimfans. Auf der Gegengerade schmiss man zudem noch ein paar Sitz aufs Spielfeld und stieg sogar auf das Vordach welches sich dann sogar arg verbog. Man ahnte schon schlimmes doch es heilt letztendlich den wütenden Fans stand. Ich glaube der gute Volkan wird niemals für Gala auflaufen, geschweige denn verpflichtet *gg*

Nach dem es dann etwas ruhiger wurde Pfiff der Schiri den lahmen Kick ab. Für die Fans war nun allerdings noch nicht Schluss, versuchten die Fans neben dem Gästeblock noch durch die Polizeikette zu kommen. Man schaffte es allerdings nicht und so blieb es lediglich bei dem Versuch.

Ein Tor wäre hier, wie bereits geschrieben, glaube ich der absolute Hammer gewesen. Man stelle sich vor die Gäste gingen hier in Führung. Was würde dann nicht alles hier passieren ? Trotz keiner Tore und dem damit letzten fehlenden Funken war dies ein absolut lohnenswerter Besuch der in umgekehrter Ansetzung auf jeden Fall wiederholt werden muss.

Nach dem Spiel gab es dann vor der Kurve noch einige Laufereien der Heimfans mit der Polizei. So wie wir das aber sehen konnten ist dabei nichts weiter passiert. Via Metro nach Taksim, etwas Fußmarsch und der Straßenbahn bis zum Sultanahmet ging es dann für uns wieder zurück Richtung Hostel wo man dann noch die letzten Biere dieser Tour zusammen trinken sollte. Mike verabschiedete sich bereits am Sonntag Abend Richtung Flughafen, während Marco und ich noch eine Nacht im Zeugma bleiben sollten.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

                                                 Tageskilometer:    Istanbul - Berlin                              1.743 km mit dem Flugzeug