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Vatertag ! Seit jeher der
Tag an dem sich Väter und auch die die es noch nicht sind, sich die Kante
geben. Ich dagegen boykottiere diesen Tag schon seit langem - erstens bin
ich noch kein Vater (dann bekäme dieser Tag evtl. mal eine Wende) und zum
zweiten gibt es auch wichtigeres als sich die Hucke vollaufen zu lassen -
Fussball.
Es war zwar eigentlich angedacht über zwei Tage, also Mittwoch und
Donnerstag, nach Polen zu fahren, da aber sowohl keine Mitfahrer gefunden
bzw. animiert werden konnten und zusätzlich der PZPN noch die Spiele
unglücklich legte, viel das schon einmal flach.
Guter Rat war nun teuer, dachte ich. Nach dem man aber über eine Ansetzung
der Bezirksoberliga Nord in Schleswig-Holstein stolperte und fix mal die
Reiseauskunft der DB fragte, war dieser Rat nun doch nicht der teuerste.
Sylt - das sollte es werden ! Dank Dauer-Spezial der Bahn auch erschwinglich
und so ging es dann Donnerstag um 04.30 Uhr aus dem Bett. Das Auto wie
gewohnt in Hannover abgestellt, sollte der erste Halt Hamburg-Altona
heissen. Ab hier ging es dann mit der Nord-Ostsee-Bahn über klangvolle
Ortschaften wie Niebüll und Klanxbüll in ein bisschen mehr als 3 Stunden
über den Hindenburgdamm auf die Nordseeinsel Sylt.
Westerland begrüsste einen schon mit herrlichem Sonnenschein und einer
friesen Brise. So, 15.00 Uhr ist Anpfiff, die Uhr zeigt nun 11.35 Uhr - also
noch genug Zeit das ach so schnieke Westerland zu erkunden.
Toll ist sicherlich der Strand mit der dazugehörigen Promenade, doch die
anfallende Kur-Taxe in Höhe von 3,50€ am Tag finde ich schon sehr dreist -
aber wenn man schon mal hier ist... am Strand machte man es sich dann erst
einmal zwischen sonnenbadenden Neureichen und betrunkenen Jugendlichen
gemütlich.
Auch die heutige Gastmannschaft, sowie Fananhang konnte man bereits früh in
einem Café ausfindig machen. Scheint also auch für die Verantwortlichen und
Spieler mal eine gepflegte Abwechslung zu den sonstigen Spielen in Leck und
Sörup-Sterup zu sein :-)
Nach kurzem Bier und Essensstopp bei Gosch war es dann auch soweit mal in
Richtung Sylt-Stadion aufzubrechen. Aus der Innenstadt erreicht man dieses
in ca. 10 Minuten Fussweg. Nebenan befindet sich im übrigen gleich der
Strand, bzw. die Nordsee als auch ein Aquarium. Das Stadion bietet auf allen
Seiten einen Ausbau in Form von 6 Stufen, die nur auf der Hauptseite durch
die Aschenbahn unterbrochen werden. Zudem befindet sich auf der
"Haupttribüne" auf ungefähr halber Länge eine Überdachung wieder, unter der
einige Holzbänke installiert sind.
Insgesamt waren ca. 140 Zuschauer am heutigen Tag anwesend - davon 30 aus
Schleswig, welche aber alle nicht viel älter als 18 Jahre gewesen sein
dürften. Wie ja bereits eingangs erwähnt, waren die Gästefans schon in der
Innenstadt aufgefallen - und zwar laut und volltrunken. Dieses
Verhalten/dieser Zustand sollte sich natürlich in der Zeit zum Anpfiff nicht
geändert und daher war man sicher anfangs noch recht motiviert sein Team
anzufeuern. Das tat man auch mit dem ein oderen bekannten Gesang und verfiel
in einen herrlich lustigen Suff-Support. Als dann überraschender Weise die
Gastgeber in Führung gingen änderte sich das ganz schnell. Nun war man eher
damit beschäftigt alles und jeden anzupöbeln der zum Heimteam gehörte.
Besonders der Torhüter wurde oftmals das Opfer dieser Art. Das
missfiel natürlich dem Heimanhang, ebenfalls an die 30 Mann - allerdings
fast alle ca. 10 Jahre älter und etliche Kilo schwerer als die Jugendlichen
- und so wurden untereinander schon einmal die ein oder andere Drohung
ausgetauscht. Der Schiedsrichter tat sein übriges dazu das dieses Spiel ein
recht aufgeladenes sein sollte, so gab er doch einem Sylter nach
Aufforderung der Gäste die rote Karte nach einem Allerweltsfoul. Die Gäste
konnten dies scheinbar gut nutzen und drehten noch vor der Pause das Spiel
zu einem 2:1. Highlight hier die Jungs aus Schleswig die nach dem
zweiten Treffer mal über die Ballustrade sprangen und ihren Spielern auf dem
Platz entgegenliefen. Dem Schiri störte das scheinbar nicht, nur den
Verantwortlichen der SG Team Sylt. Denn nun wurde übelst auf das
Schirigespann gepöbelt und auch die Schleswiger Jugendlichen wurden zurecht
gewiesen. Noch eine Provokation mehr der Gäste und es hätte sicherlich ein
paar Backpfeifen gegeben. :-)
Also dann ein paar "ältere" Gästefans sich entschuldigten und versprachen
auf ihre Jungens "aufzupassen" konnte man die Situation ein wenig
entschärfen. In der Halbzeitpause fuhr dann auch noch die örtliche Polizei
vor und so war die zweite Hälfte aus dieser Sicht eine ruhige. Doch nicht
auf dem Platz, hier schien das Team Sylt nun das Spiel völlig an sich
zureissen und konnte völlig überraschend einen 3:2 Sieg einfahren - und das
trotz eines erneuten Platzverweises.
Nach Abpfiff ging es dann fix zurück zum Bahnhof, den Kiosk um ein paar
Kaltgetränke erleichtert und ab in die bereits bereitstehende Bahn zurück
gen Altona.
Ein proppenvoller Zug und ebenso proppenvolle St. Pauli-Spinner machten
diese Fahrt sicher zu einem Erlebnis der anderen Art... abartige Gerüche und
eine wahnsinnige Lautstärke waren die Folge... naja auch das hat man
überstanden und nach ereignisloser Fahrt mit einigen Antifas mit im ICE
erreichte man gegen 23.00 Uhr wieder Hannover. Zufälligerweise traf man noch
Daniel in der U-Bahn und so endete ein interessanter und sicher
lohnenswerter Tag mit einem Gespräche über die strake Leistung der Bayern in
Russland. |